Produktionssystem

Graslandbasierte Fleischproduktion

Die Herbstzeitlose-Beef werden nach folgenden Grundsätzen gehalten:

 

Feed no Food

Die Obermettlen liegt in der Bergzone I, ist ein reiner Graslandbetrieb und durch ihren grossen Anteil an steilen Flächen für den Ackerbau nicht geeignet. Aus diesem Grund haben wir uns für eine graslandbasierte Rindfleischproduktion entschieden. Unsere Rinder werden ausschliesslich mit Gras, Heu und Grassilage gefüttert. Durch den Verzicht auf Kraftfutter setzen wir auch keine Ackerbauprodukte für die Fütterung ein, welche auf Flächen produziert wurden, die direkt der menschlichen Ernährung dienen könnten (Feed no Food). Dadurch besteht keine Nahrungsmittelkonkurrenz zum Menschen. Auch Futterimporte fallen weg. Dies ist uns aus nachhaltigen Gründen und insbesondere im Hinblick auf die langfristige zukünftige Welternährungslage wichtig.

 

Slow Feed

Wir gehen mit unserer Fleischproduktion eigene Wege und setzen auf ein nachhaltiges, langsames Wachstum. Die Kälber der Herstzeitlosen werden auf der Obermettlen geboren. Durch die extensive Fütterung geben wir ihnen danach genügend Zeit zum Wachsen. So werden sie mindestens zwei Jahre alt, also älter als in der konventionellen Rindermast.

 

Tiergerechte Haltung

Wir halten unsere Tiere nach BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltung) und RAUS (Regelmässiger Auslauf im Freien). Unsere Tiere sind von Mitte April bis Ende Oktober permanent auf der Weide und können sich somit ihrer Art entsprechend verhalten. Die Wintermonate verbringen sie im Laufstall, in dem sie sich frei zwischen Liege-, Fress- und Laufbereich bewegen können. Vom Laufhof aus geniessen sie den Blick hinunter ins Rontal. Für die Umstellung auf Mutterkuhhaltung wird eine Kälberbucht und eine Abkalbebox eingerichtet, um den Kälbern und den Kalbenden einen Rückzugsort zu bieten. Tierwohl steht bei uns an oberster Stelle.

 

Kein Antibiotikaeinsatz

Wir setzen keine Antibiotika ein. Es sei denn, es wäre ein Notfall, dann geht das Tierwohl selbstverständlich vor. Ein allfälliger Antibiotikaeinsatz wird gegenüber den Paten kommuniziert.

 

Alternative Tiermedizin

Wir arbeiten, wann immer möglich, mit alternativer Tiermedizin.

 

Kastration

Die männlichen Kälber werden kastriert, um beim Erreichen der Geschlechtsreife unerwünschte Trächtigkeiten zu vermeiden. Die Kastration wird unter Schmerzausschaltung durch den Tierarzt vorgenommen.

 

Kein Enthornen

Wir werden unserer Tiere nicht Enthornen. Es werden auch keine enthornte Mutterkühe aufgenommen. Denn das Horn trägt wesentlich zur sozialen Kommunikation der Tiere bei. Bei unserer kleinen Herdengrösse von vier Mutterkühen werden die Tiere umgänglich und den Kontakt zum Menschen gewöhnt sein, so dass die Hörner keine grosse Gefahr darstellen. Die Paten werden auf Vorsicht und Respekt sensibilisiert.

 

Biologische Produktion

Wir stellen die Obermettlen per 1.1.2020 auf Bio um und werden danach nach der Bio-Verordnung bewirtschaften.

 

Hofschlachtung

Es ist uns enorm wichtig, die Schlachtung unserer Tiere so schonend wie möglich zu gestalten. Daher ist es unser Ziel, unsere Herstzeitlose-Beef direkt auf dem Hof zu schlachten. Dabei können die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und müssen nicht lebend in den Schlachthof transportiert werden. Sie werden wie bei der normalen Fütterung im Selbstfang-Gatter fixiert und dort mittels Bolzenschussgerät von einem Mitarbeiter des Schlachthofes betäubt. Anschliessend werden sie mittels einer Hebevorrichtung aufgezogen, entblutet und danach mit einem Spezialanhänger ins nahe Schlachthaus transportiert. Diese Art der Schlachtung bedarf einer Bewilligung des kantonalen Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit. Diese müssen wir beantragen. Im Kanton Graubünden wurde bereits eine solche Bewilligung erteilt. (Quelle: Bio-Hof Dusch)